Nachdem die Grundschule Büchlberg im vergangenen Sommer den Jugendumweltpreis des Landkreises Passau und den BNE – Zukunftspreis der Staatlichen Schulämter in der Stadt und im Landkreis Passau gewonnen haben, erhielt die Grundschule Büchlberg in diesen Tagen zum dritten Mal die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Bei einer Schulversammlung wurden Flagge und  Auszeichnungsurkunde an die Klassensprecher der Schule übergeben. Die Schülerinnen und Schüler der Schule waren und sind die Hauptakteure für die Ernennung. Die Schule darf außerdem das digitale Logo „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ für das aktuelle Schuljahr, also bis September 2025, für Ihre Website und weitere Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Mit der Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die gesamte Schule im Rahmen der Schulentwicklung unter dem Leitbild einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) voranbringt. „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ist Teil des weltweiten Eco-Schools-Netzwerkes. Die Grundschule Büchlberg hatte sich mit zwei Handlungsfeldern für die Auszeichnung beworben: Das erste Handlungsfeld hieß: „Nachhaltige Entwicklung und demokratische Prozesse in der Schule“ –Wer bestimmt, was in unserer Schule passiert? – Auf euch alle kommt es an! Zur Förderung demokratischer Lernprozesse wurden mehrere Bausteine im Schulentwicklungsbereich BNE – Demokratiepädagogik verankert, um damit Lernenden  Möglichkeiten zu eröffnen, selbstbestimmt und  gesellschaftswirksam leben zu lernen. Hier soll und darf kreativ gedacht und Veränderungen angestrebt werden. Schülermitbestimmung erfolgt im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Strukturen, wie zum Beispiel im Klassenrat, Schülerparlament, Schulversammlung und mit dem Klassenversammlungsbuch. Für Wünsche und persönliche Anliegen gibt es einen Kummerkasten. Neu ist an unserer Schule das Lernformat Frei-Day für Selbstwirksamkeitserfahrungen und Gestaltkompetenz. Die Frei-Day Pilotphase haben wir von April – Juli 2024 mit den Klassen 2a, 2b und 4a und acht Kolleginnen aus dem Grundschulbereich durchgeführt. Dazu waren seit Mai 2023 Fortbildungsveranstaltungen für das Kollegium zum Lernformat Frei-Day vorausgegangen. Nach intensiven Diskussionen wurden in Kleingruppen organisatorische Spielräume für die Umsetzung, zeitliche und räumliche Planungen erarbeitet. Den Start bildete ein „Brainstorming“, bei dem die Schülerinnen und Schüler erzählen konnten, was ihnen Sorgen mache, wenn sie Nachrichten sehen oder lesen.  „Mir macht der Krieg zwischen der Ukraine und Russland Angst.“ „Ich finde die vielen Waldbrände und Überschwemmungen echt schlimm.“ „Mich macht es sehr traurig, dass immer mehr Fische sterben, weil die Meere so verschmutzt sind.“ Sie erkannten viele Problematiken nicht nachhaltiger Entwicklung und versuchten, Antworten auf für sie wichtige Fragen zu geben. Wird es immer Krieg geben? Warum dürfen Kinder in anderen Ländern manchmal gar nicht in die Schule gehen? Warum wird es auf der Erde immer wärmer? Nach einem einführenden Film zu den 17 Nachhaltigkeitszielen bot das Frei-Day-Team der Klasse einige Ziele an. Mit einem Papierherz wählten sie ihr „Herzensanliegen“ aus. So kamen verschiedene Gruppen zustande. Jedes Teammitglied überlegte sich seine besonderen Fähigkeiten und Talente. Daraus ergaben sich bereits Ideen, wie in der Gruppe gearbeitet werden kann. Auch Informationen aus Kindersuchmaschinen oder Büchern brachte die Gruppe voran. Danach erstellten sie gemeinsam einen Projektablaufplan. Nun ging es an die Umsetzung. Die Lehrerinnen wurden zu Lernbegleitern. Jeder Frei-Day begann mit einem spontan kreierten Song und einem Infoteil zu einem der bearbeiteten Nachhaltigkeitszielen. Danach ging es in die Gruppenphase, den Abschluss bildete immer eine gegenseitige Präsentation der Arbeitsphase und die Planung für die kommende Woche. Bei einem gemeinsamen FREI DAY-Picknick mit Bürgermeister und Gästen aus anderen Schulen berichteten sich die Klassen gegenseitig von ihrer Arbeit und reflektierten sie. Das FREI-DAY Projekt soll ab Januar 2025 in den zweiten und dritten Klassen fortgesetzt werden. Im zweiten Handlungsfeld ging es um „Maßnahmen zum Klimaschutz / zur Klimaanpassung“ und hatte den Titel „Natur- und Energiedetektive werden aktiv!“ Mit dem Schuljahr 2023-2024 zeichneten sich zunächst zwei unterschiedliche neue Interessen unserer Schülerinnen und Schüler ab. Ausgangspunkt waren dabei die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Schwerpunktmäßig wählten die Kinder „Leben an  Land“, „Ressourcen und Konsum“ und „Klimaschutz“ aus. In Schülerparlament, Schulversammlungen und in der Arbeitsgruppe Weltfairsteher wurden zu den Themen Nachhaltigkeit und Biodiversität Fragen gesammelt. Wie warm soll es im Winter in einem Klassenzimmer sein, ohne
den CO2-Verbrauch zu erhöhen? Wie warm sind unsere Klassenzimmer im Sommer? Wo finden sich bei uns Schattenplätze? Wo gibt es bei uns eine Blumenwiese für die Schmetterlinge? Welche Vögel gibt es bei uns? Wo können wir Bäume pflanzen, um CO2 umzuwandeln? Diese und mehr Fragen wurden gesammelt und in einer Schulversammlung von der Schulfamilie bepunktet. Es kristallisierten sich die Themen „Wärme und Strom“ und „Schattenplätze“ heraus. Für die exakte Messung von Wärme und Strom wurden im Herbst 2023 durch einen Energieberater Energiedetektive ausgebildet. Die dritten Klassen waren wöchentlich in allen Räumen unterwegs, um Wärme und Helligkeit zu messen und gaben Tipps für die bessere Nutzung der Energie. Die Messgeräte stellte das BNE-Netzwerk des Schulamtes Passau kostenfrei zur Verfügung. Dazu gab es auch wöchentliche Stromspartage. Im Sommer wurden die Messgeräte eingesetzt, um die Wärme durch die Sonneneinstrahlung in den Klassenzimmern zu dokumentieren. Dabei wurde festgestellt, dass es in den Klassenzimmern auf der Gebäudesüdseite bereits vor acht Uhr 24°C und mehr hatte. Der Wunsch nach einem Schattenplatzkonzept konnte nachgewiesen werden. Mehrere FREI DAY-Kleingruppen war das Nachhaltigkeitsziel „Leben an Land“ ein Herzensanliegen. Es wurden Ideen gesammelt, mehr Natur an die Schule zu bringen. Vorangegangen war ein Schulgeländerundgang, bei dem nur vier Schmetterlinge beobachtet werden konnten, kaum Vogelgesang zu hören und auch keine Käfer oder Wildbienen zu sehen waren. Deshalb informierten sich die Teams über verschiedene Möglichkeiten, mehr Natur an die Schule zu bringen. Es konnte Herr Mall, Biodiversitätsberater des Landkreises Passau gewonnen werden. Im Frühling 2024 ergaben gemeinsame Beratungen der Natur- und Energiedetektive, dass beide Anliegen, mehr Natur und mehr Schattenplätze, gut miteinander in Einklang zu bringen sind und in einem Konzept geplant und umgesetzt werden soll. Die offizielle Auszeichnungsfeier als Umweltschule bei einem Festakt im Frühjahr 2025 statt. Mit dabei werden dann auch der Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Herr Thorsten Glauber, die Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Frau Anna Stolz und der Vorsitzender des LBV Herr Dr. Norbert Schäffer sein.
Die Grundschule Büchlberg hat sich bereits für das laufende Schuljahr wieder für die Auszeichnung zur Umweltschule angemeldet.