Im Rahmen des universitären Kurses „Fit for ‘Education for Sustainable Development’ for Future Europe“ besuchte eine 23-köpfige Gruppe der Universität Passau die Grundschule Büchlberg.

Insgesamt 19 Studierende machten sich gemeinsam mit ihren Dozierenden Luise Kwak, Michael Fuchs, Theres Denzinger und Angelika Herzog auf den Weg, um authentische Einblicke in das innovative Lernformat FREIDAY im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu gewinnen.

Die Klasse 3a öffnete den Gästen drei Schulstunden lang ihren Freiday-Unterricht und zeigte eindrucksvoll, wie selbstbestimmtes Lernen, Teamarbeit und Nachhaltigkeit bereits im Grundschulalter gelebt werden können. Unterstützt wurde die Klasse dabei von ihren Lernpatinnen Maria Ilg, Michaela Bauer, Lisa-Marie Moosbauer, Luisa Donaubauer und Hanna Moosbauer.

Zum gemeinsamen Auftakt trafen sich alle im DILAB der Grundschule, wo zunächst der bisherige Projektstand der einzelnen Gruppen vorgestellt wurde. Daran anknüpfend wurde der Prozess der Antragstellung für einen Projektzuschuss kurz vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler können im Schülerparlament finanzielle Unterstützung von bis zu 50 Euro für ihre Projekte beantragen. Das Parlament stimmt über die Höhe der Bezuschussung aus den Schulpreisgeldern ab, bevor die Anträge anschließend von Schulleiterin Evi Meisinger nochmal final genehmigt werden. Dieser Einblick verdeutlichte den Studierenden anschaulich, wie demokratische Mitbestimmung im Schulalltag umgesetzt wird.

Im Anschluss arbeiteten die Kinder weiter in ihren individuellen Projektgruppen, während die Universitätsgäste frei zwischen den Teams wechseln konnten, um vertiefte Eindrücke zu sammeln.

Die thematische Vielfalt zeigte einmal mehr, wie kreativ und lösungsorientiert Grundschulkinder globale Herausforderungen aufgreifen.

Eine Gruppe, die sich mit dem Ziel „Keine Armut“ beschäftigt, erarbeitete einen selbstgeschriebenen Rap und kombinierte diesen mit einer Tanzperformance.
Eine weitere Gruppe, die ebenfalls zum Ziel „Keine Armut“ arbeitet, konzentrierte sich auf das Thema Wasserknappheit. Die Kinder gestalteten dazu eine ausführliche Informations-Pinnwand und planen eine Spendenaktion für ein Brunnenprojekt.
Das Team zum Ziel „Maßnahmen zum Klimaschutz“ entschieden sich schnell für einen praktischen Umweltschutz: Mit Unterstützung der Leitung der Offenen Ganztagsschule, Karin Binder, die im örtlichen Gartenbauverein aktiv ist, pflanzte die Gruppe zwei junge Bäume auf dem Schulgelände. Diese stammten aus einem Gewinn der jetzigen 4.Klassen bei den Waldjugendspiele des Vorjahres.
Ein weiteres Team zum Ziel „Geschlechtergleichheit“ sammelte auf einem Whiteboard zentrale Aspekte des Themas und verknüpfte diese bereits mit dem diesjährigen Jahresschwerpunkt der Schule: Vielfalt.
Auch das Ziel „Gesundheit und Wohlergehen“ wurde von einer Gruppe gewählt. Die Kinder möchten die Finanzierung einer Operation gegen Grauen Star unterstützen und beschlossen, dafür Schokosterne aus fairer Schokolade herzustellen und zu verkaufen. Die Herstellung war zuvor im Deutschunterricht beim Thema „Rezept“ vorbereitet worden. Die Kinder haben zudem ihre Arbeitsschritte fotografisch dokumentiert, um später eine kleine Anleitung zu erstellen.

Allen Projektaktionen voran gingen bereits fünf Einheiten, die in das Lernformat Freiday einführten und den Tagesschwerpunkt vorbereiteten. Dazu gehörte eine Philosophierstunde über Gerechtigkeit mit dem Buch „Zwei für mich und einer für dich“ von Jörg Mühle und Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Sie werden im Freidaylernformat in den Bildungszielen des Bayerischen Lehrplanes umgesetzt.

Auch Workshops zum Umgang mit dem Tablet, dem Einsatz von lizenzfreien Bildern und dem Urheberrecht wurden den Schülerinnen und Schülern angeboten. Durch gemeinsame Recherche zu einem ausgewählten Thema, die gestalterische Planung und selbstbestimmte Organisation kommen die Teams zu individuellen Aktionen, die an diesem Hospitationstag von den Gästen erlebt werden konnten.

Zum Abschluss des Freiday-Tages trafen sich alle erneut im DILAB zu einer gemeinsamen Reflexionsrunde. Hier stellten die Teams ihre Ergebnisse vor und gaben einen Ausblick auf ihre weiteren Schritte. Als kleines Präsent für den Besuch überreichte die Klasse die im Unterricht gegossenen Schokosterne aus fairer Schokolade.

Die Studierenden zeigten sich beeindruckt von der Selbstständigkeit, Ernsthaftigkeit und Kreativität der Kinder. Besonders hervorgehoben wurden die klare Struktur des Freiday, die echte Partizipation und die konsequente Ausrichtung an nachhaltigen Themen. Auch für die Schule war der Besuch ein großer Gewinn: Der Austausch mit angehenden Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fachkräften der Universität Passau brachte wertvolle Rückmeldungen, neue Perspektiven und die Möglichkeit, das eigene Konzept sichtbar zu machen.

Für alle Beteiligten war es ein bedeutender und motivierender Tag, der erneut zeigte:

Nachhaltiges Lernen beginnt früh – und wirkt weit.