Wasser ist für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Büchlberg längst mehr als nur ein Durstlöscher – es ist Ausgangspunkt für Fragen, Mitgefühl und eigenes Handeln. Genau dieses außergewöhnliche Jahresthema „Wasser“ hat nun die Jury des bayernhafen- Spendenwettbewerbs „Rückenwind“ überzeugt. Bei der offiziellen Übergabe wurde die Schule mit 2.000 Euro ausgezeichnet – und ist damit ihrer nächsten großen Vision ein gutes Stück nähergekommen.

Der Impuls kam aus der Mitte der Schülerschaft: Im Schülerparlament entschieden sich die Kinder bewusst für das Jahresthema „Wasser“. Was folgte, war keine gewöhnliche Projektwoche, sondern ein intensives Eintauchen in ein Element, das ihr eigenes Leben ebenso prägt wie das vieler Menschen weltweit. Die Kinder experimentierten, bauten, beobachteten – und setzten sich gleichzeitig mit ernsten Fragen auseinander: Was bedeutet es, wenn Wasser fehlt? Wenn es verschmutzt ist? Eine Ausstellung von UNICEF machte die globalen Zusammenhänge greifbar. Die Eindrücke gingen unter die Haut – und führten direkt zu eigener Initiative. Mit der Aktion „Wir lesen für sauberes Trinkwasser in Afrika“ verbanden die Schülerinnen und Schüler Lernen mit Verantwortung. Seite für Seite sammelten sie Spenden, am Ende standen 1.000 Euro für Wasserprojekte – ein starkes Zeichen dafür, wie sehr das Thema verinnerlicht wurde. Auch im Alltag wirkte das Projekt weiter: Bei einer „Wasser-Challenge“ entdeckten viele Kinder Leitungswasser als gesunden Durstlöscher neu. Wasser wurde bewusst erlebt – als Ressource, die es zu schätzen und zu schützen gilt.

Aus diesem intensiven Arbeiten am Thema ist längst die nächste Idee gewachsen: ein Grünes Klassenzimmer. Ein Ort, an dem die Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt weitergeht – draußen, praktisch, lebendig. Mit beeindruckender Ernsthaftigkeit und Kreativität entwickelten die Kinder im Werkunterricht bei Lehrerin Maria Ilg ihre Vorstellungen dazu. In detailreichen Modellen zeigen sie, wie ihr Lernort der Zukunft aussehen soll: Bäume, die natürlichen Schatten spenden, flexible Tische zum Lernen und Spielen, Liegen für Ruhepausen. Hochbeete dürfen nicht fehlen – als Verbindung von Lernen und Erleben, als Ort, an dem Pflanzen wachsen und vielleicht auch ein kleiner Snack für zwischendurch. Eine Werkbank steht für praktisches Arbeiten. Und immer wieder taucht ein zentrales Motiv auf: Wasser selbst – etwa in Form eines kleinen Teichs, der an das Jahresthema anknüpft und als Beobachtungsraum dienen soll. Das Grüne Klassenzimmer ist damit mehr als ein Bauprojekt. Es ist die logische Fortsetzung dessen, was mit dem Thema Wasser begonnen hat: Lernen mit allen Sinnen, Verantwortung übernehmen und die eigene Umwelt aktiv mitgestalten.

Die Jury war überzeugt. Unter mehr als 60 Bewerbungen wurden, bayernweit 20 Projekte mit jeweils 2.000 Euro ausgezeichnet – die Grundschule Büchlberg als einzige aus seinem Bereich, erklärte Stefan Zintl von bayernhafen, zuständig für Passau und Regensburg, bei der Überreichung der Gewinnertafel. Er nahm sich viel Zeit für die Kinder, ließ sich die Modelle erklären und zeigte sich beeindruckt von der Klarheit und Tiefe ihrer Ideen. Im Rahmen der Veranstaltung fand Rektorin Evi Meisinger auch persönliche Worte des Dankes: Besonders hob sie das Engagement von Lehrerin Eva Kelbel hervor, die die Initiative zur Bewerbung beim Wettbewerb ergriffen und das Projekt maßgeblich mit auf den Weg gebracht hatte. Das Preisgeld bringt die Schule nun einen Schritt weiter: Erste konkrete Maßnahmen werden möglich, etwa die Anschaffung eines Sonnensegels für das grüne Klassenzimmer – ein sichtbarer Anfang für das, was die Kinder sich erträumt haben.

Das Jahresthema „Wasser“ hat in Büchlberg Spuren hinterlassen – im Wissen, im Verhalten und in den Ideen der Kinder. Und es ist erst der Anfang: Weitere Naturthemen sollen folgen. Was bleibt, ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Kinder ernst genommen werden – und wenn ein Thema nicht im Klassenzimmer endet, sondern ins Leben hineinwirkt. Frei nach dem Motto: „Nur was ich kenne, das schätze und schütze ich.“

(Bericht von Helga Wiedenbein)