Im Rahmen eines universitären Seminars zum Lernformat FREIDAY besuchte eine Gruppe von acht Studierenden der Universität Passau gemeinsam mit ihrem Dozenten Michael Fuchs die Grundschule Büchlberg. Begleitet wurden die Kinder der Klasse 3b an diesem Tag von ihren Lernbegleiterinnen Michaela Bauer, Maria Ilg, Evi Meisinger, Sabrina Eder und Lisa-Marie Moosbauer, die den Gästen einen authentischen Einblick in die praktische Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Grundschulalter ermöglichten. Drei Schulstunden lang öffnete die Klasse ihren FREIDAY-Unterricht und zeigte eindrucksvoll, wie Kinder mit Kreativität, Eigenverantwortung und Teamgeist an Lösungen für globale Herausforderungen arbeiten.

Der gemeinsame Auftakt fand im DILAB der Schule statt. Nach dem Begrüßungslied „Funge Alafia“ und einer kurzen Ansprache von Schulleiterin Evi Meisinger und Michael Fuchs stellten die einzelnen Projektgruppen ihre Herzensziele vor und gaben erste Einblicke in ihre Ideen und Vorhaben. Anschließend bewegten sich die Gäste frei zwischen den Gruppen, führten Gespräche mit den Kindern und konnten die unterschiedlichen Arbeitsprozesse aus nächster Nähe verfolgen. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihre Projekte mit großer Begeisterung und machten deutlich, wie vielfältig die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen im FREIDAY-Lernformat aufgegriffen werden.

Eine Gruppe widmete sich dem Ziel „Kein Hunger“ und stellte ihre Spendenaktion für die örtliche Tafel vor. In der Aula wurde dafür eine Sammelbox eingerichtet, in der haltbare Lebensmittel und Sachspenden abgegeben werden können. Zudem informierten die Kinder über weitere Unterstützungsmöglichkeiten wie den Weltladen.
Eine weitere Projektgruppe arbeitete zum Ziel „Gesundheit und Wohlergehen“. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten bunte Freundschaftsarmbänder und verfassten Mutbotschaften für kranke Kinder der Kinderklinik Passau, um ihnen Freude und Zuversicht zu schenken.
Auch das Ziel „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ fand Eingang in den FREIDAY-Unterricht. Die Kinder beschäftigten sich mit der weltweiten Wasserversorgung, informierten über die Bedeutung von sauberem Trinkwasser und planten eine finanzielle Unterstützung für ein Brunnenprojekt. Ein entsprechender Antrag wurde im Schülerparlament eingereicht.

Im Bereich „Maßnahmen zum Klimaschutz“ stellten die Kinder sogenannte Samenbomben her, kleine Kugeln aus Erde, Ton und Blumensamen, die Lebensräume für Bienen und andere Insekten schaffen sollen. In kleinen, selbstgestalteten Tütchen möchten die Kinder ihre Samenbomben verschenken oder verkaufen, auch die Gäste durften sich zum Abschluss über ein solches Präsent freuen. Die Herstellung wurde zudem filmisch dokumentiert, um ein Tutorial zu veröffentlichen.
Mit dem Ziel „Leben unter Wasser“ setzte sich eine weitere Gruppe auseinander. Sie gestaltete Plakate, die Urlauberinnen und Urlauber dazu aufrufen, Müll am Strand zu sammeln und so zum Schutz der Meere beizutragen. Ihr Projekt möchten die Kinder nun auch im Büchlberger Amtsblatt vorstellen.
Das Team zum Ziel „Leben an Land“ plante eine Spendenaktion zugunsten eines lokalen Tierheims und informierte über die Bedürfnisse von Haus- und Wildtieren. Ein Besuch zur Übergabe der Spenden ist bereits vorgesehen.
Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Ziel „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Die Kinder setzten sich mit Zusammenhalt, Fairness und friedlichem Miteinander auseinander und nutzten die Anwesenheit der Gäste, um Interviews zum Thema Frieden zu führen. Die Audioaufnahmen sollen im Anschluss weiterverarbeitet werden.

Allen Projekten gingen mehrere vorbereitende FREIDAY-Einheiten voraus, in denen sich die Klasse intensiv mit den Nachhaltigkeitszielen auseinandersetzte. Durch gemeinsame Recherche, den reflektierten Umgang mit digitalen Medien sowie die eigenständige Planung und Organisation ihrer Vorhaben entwickelten die Kinder individuelle Projektideen, die sie Schritt für Schritt umsetzen. Die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter unterstützten sie dabei bewusst im Hintergrund, gaben Impulse, stellten Fragen und ermöglichten den Kindern, Verantwortung für ihre Projekte zu übernehmen.

Zum Abschluss des Hospitationstages kamen alle Beteiligten erneut im DILAB zu einer gemeinsamen Reflexionsrunde zusammen. Die Projektgruppen präsentierten ihre bisherigen Ergebnisse und berichteten von ihren nächsten Vorhaben. Die Studierenden zeigten sich beeindruckt von der Selbstständigkeit, dem Engagement und der Ernsthaftigkeit, mit der die Kinder an ihren Projekten arbeiten. Besonders hervorgehoben wurden die hohe Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler, die gelebte Partizipation sowie die konsequente Ausrichtung des Lernformats an den Zielen nachhaltiger Entwicklung.

Auch für die Grundschule Büchlberg war der Besuch eine wertvolle Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Die Gespräche eröffneten neue Perspektiven und machten zugleich sichtbar, wie innovativ und zukunftsorientiert das FREIDAY-Konzept an der Schule umgesetzt wird. Für alle Beteiligten war es ein bereichernder und motivierender Tag, der erneut zeigte: Nachhaltiges Lernen beginnt bereits in der Grundschule und kann weit über das Klassenzimmer hinaus wirken.