Wie schmeckt eigentlich Klimaschutz? Wie hören sich 2000 Bienen aus nächster Nahe an? Und wie bringt man ein Auto allein mit Sonnenenergie zum Fahren? Antworten auf diese Fragen bekamen die Schülerinnen und Schuler der Grundschule Büchlberg beim Umwelttag – und zwar nicht aus dem Schulbuch, sondern mit den eigenen Händen, Augen und Geschmacksnerven. An zahlreichen Mitmach-Stationen verwandelte sich das Schulgelände in ein lebendiges Umweltlabor. Trotz hochsommerlicher Temperaturen wurde geknetet, gebaut, gerührt, probiert und experimentiert. Ganz nach dem Motto „Learning by doing“ zeigte sich: Was man selbst erlebt, bleibt deutlich langer im Gedächtnis als jede trockene Theorie. Den roten Faden spannte Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmanagerin des Landkreises Teresa Schreib, die die Kinder mit einem Umweltquiz auf Entdeckungsreise schickte. Dabei ging es um Treibhausgase, klimafreundliche Fortbewegung, nachhaltiges Heizen und die Frage, wie sich die Menschen an immer heisere Sommertage anpassen können. Auch komplexe Themen wie der weltweite CO₂-Ausstoß wurden altersgerecht vermittelt. Besonders genussvoll wurde es bei Bernhard Senkmüller. Hier rollten die Kinder mit großem Eifer ihre eigenen Erdbeerknödel. Der Wettstreit um die schönste Kugel war schnell eröffnet – und spätestens beim Probieren ein voller Erfolg. Wie die Menschen früher Heilmittel herstellten, erklärte Kräuterpädagogin Sandra Kurz. Beim Anrühren von Kräutersalben erfuhren die Kinder ganz nebenbei, welche Krafte in heimischen Pflanzen stecken. Regionalität stand am Stand von Katja Stoiber, Doris Schartner und Uta Linne vom Haus am Strom im Mittelpunkt. Warum saisonale und regionale Lebensmittel nicht nur die Umwelt, sondern auch die heimische Wirtschaft starken, wurde dort ebenso anschaulich erklärt wie verkostet. Für manche Kinder eine Premiere: Kohlrabi Saft. Wie Verpackungsmull vermieden werden kann, zeigte Marianne Wolff vom Verbraucherservice Bayern. Und bei David Gueffroy vom Haus am Strom wurde es technisch: Mit viel Begeisterung bauten die Schülerinnen und Schuler kleine Solarautos und lernten spielerisch die Kraft der Sonne kennen. Für besonderes Staunen sorgte Günther Schuster. Der Imker brachte seine „Schaubienen“ mit – rund 2.000 Tiere, die in einem speziellen Kasten beobachtet werden konnten – manche ganz neugierige Bienen schauten auch mal draußen nach dem rechten. Die Kinder erfuhren Spannendes über das Leben im Bienenstock, die Aufgaben von Arbeiterinnen und Drohnen sowie die besondere Rolle der Königin. Auch Bürgermeister Josef Hasenöhrl und Schulleiterin Evi Meisinger waren beeindruckt von der Vielfalt der Angebote. Am Ende des Schultages nahmen die Kinder weit mehr mit nach Hause als nur Kostproben und selbst gemachte Salben. Sie erlebten, dass Umwelt- und Klimaschutz kein abstraktes Thema ist, sondern mitten im Alltag beginnt – beim Essen, Einkaufen, Energiesparen oder dem Umgang mit der Natur. Bei vielen werden die gewonnenen Eindrucke sicher noch lange nachwirken, denn wenn Wissen summt, duftet, schmeckt und sogar auf Sonnenkraft fahrt, wird Lernen zum Erlebnis.

(Bericht von Helga Wiedenbein)