Wie gelingt es Eltern, ihre Kinder stark, gesund und lebensmutig aufwachsen zu lassen? Dieser Frage widmete sich ein besonderer Informationsabend an der Grundschule Büchlberg. Auf Einladung des Fördervereins der Grundschule Büchlberg war Prof. Dr. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinderklinik Passau, zu Gast. Der Vortrag lockte Eltern und das Lehrpersonal gleichermaßen in die Aula der Schule.
Begrüßt wurde der renommierte Kinderarzt von der Vorsitzenden des Fördervereins, Stefanie Hasenöhrl, die die Bedeutung solcher Veranstaltungen hervorhob: „Unser Ziel ist es, Eltern zu unterstützen und unsere Kinder in den Mittelpunkt zu rücken“.
Unter dem Titel „Wie wir Kinder gesund und lebenstüchtig machen“ gab Dr. Keller einen verständlichen und zugleich wissenschaftlich fundierten Einblick in aktuelle Erkenntnisse der Entwicklungsforschung. Was braucht ein Kind wirklich? „Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung“, betonte er. Dabei sei Urvertrauen das zentrale Fundament einer gesunden Eltern-Kind-Beziehung. Eltern sollten ihren Kindern zutrauen, eigene Wege zu gehen – auch wenn dabei einmal „blaue Flecken“ entstehen. „Es gibt keinen Lebensweg ohne Hinfallen“, erklärte Dr. Keller. Entscheidend sei, dass Eltern Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Kinder haben und dennoch klare Grenzen setzen. „Kinder brauchen Freiheit, aber auch Orientierung“, fasste der Kinderarzt zusammen.
Kritisch äußerte sich Dr. Keller zur zunehmenden „Rationalisierung“ der Erziehung. Bereits während der Schwangerschaft vertrauen werdende Mütter nicht mehr in ihre natürlichen Fähigkeiten, lassen sich von Erziehungsratgebern und sozialen Medien verunsichern und vergessen darüber, wie schön es in den meisten Fällen eigentlich ist, schwanger zu sein. Stattdessen plädierte er für eine „natürliche und vernünftige Elternschaft“, die auf Nähe, Intuition und gesundem Menschenverstand basiert.
Besonders eindringlich appellierte der Chefarzt an die Anwesenden, Kindern echte Aufmerksamkeit zu schenken – sowohl geteilte als auch ungeteilte. „Wir müssen präsent sein: keine Handys am Kinderwagen, keine Nachrichten am Spielplatz“, so Dr. Keller. Kinder bräuchten gemeinsames Erleben, um Vertrauen in sich und ihre Umwelt aufzubauen.
Zum Abschluss bedankte sich die Konrektorin der Grundschule, Stefanie Unter, herzlich bei Dr. Keller für den inspirierenden Vortrag und bei der Vorsitzenden des Fördervereins für die Organisation des Abends. Der Kinderarzt verzichtete auf ein Honorar und sammelte stattdessen Spenden zugunsten der Stiftung Kinderlächeln, die Familien in medizinischen Ausnahmesituationen unterstützt. Der informative Abend endete mit vielen angeregten Gesprächen – und dem Gefühl, dass eine gute Erziehung mit Vertrauen, Zeit und echter Zuwendung für jeden machbar ist.
(Bericht von Stefanie Hasenöhrl)